Helfergeschichten von der Connichi: Yuki von der Videotechnik

In der Videotechnik 

Hi! Ich bin Yuki, seit 2006 in der Videotechnik im Festsaal der Connichi. Erst als Helfer, seit 2011 Bereichsleitung und seit 2014 Assistentin des Organisationsteams. Heute will ich euch einen kleinen Einblick in das Leben bei uns in der Videotechnik geben. 

Wir haben zwei Bereiche, die wir abdecken müssen: Das Kamerateam direkt im Saal und die Videotechnik oben in der Regie. In beiden haben wir ganz verschiedene Aufgaben: Kamerasteuerung, Livestream-Schnitt, aber auch Showgruppenbetreuung und das richtige Timing für Einspieler. Aber genug des Vorgeplänkels, wie läuft ein typisches Con-Wochenende in der Videotechnik ab? 

Donnerstag – Aufbau und Pizza

Für einige von uns fängt das Connichi-Wochenende schon mit dem Aufbau am Donnerstag an. Als ungelernte Techniker übernehmen wir vor allem Kleinkram wie Kabel ziehen (Stolperfallen vermeiden!) und Installation der Software auf den Geräten. Ebenfalls müssen die eingeschickten Dateien getestet werden und einige Vorbesprechungen gibt es auch, wenn wir etwa die Wünsche der verschiedenen Ehrengäste koordinieren müssen. 

Nach einem arbeitsreichen und hoffentlich erfolgreichen Tag gibt es Pizza am Abend und man sitzt in (hoffentlich) vollständig aufgebauten und mehrfach getesteten Bereichen. Dann geht es husch-husch ab ins Bettchen, da ein langes Wochenende vor einem liegt. 

Freitag – Überall Menschen und AMV-Nacht 

Nachdem die letzten Helfer angereist sind, beginnt der Freitag mit einem Frühstück und Besprechungen. Für die Videotechnik gibt es neben der allgemeinen Helferbesprechung noch die Videoteam-Besprechung. Nachdem alles, was man am Donnerstag nicht geschafft hatte, aufgebaut wurde, fangen auch schon die ersten Proben in den Sälen an. Bei Gelegenheit geht es ins Helferzimmer. Dort gibt es gibt warmes Essen und Salat, liebevoll geschmierte Brote, Obst, Gemüse, Knabbereien, Getränke, Kaffee und noch viel mehr. Außerdem kann man hier immer Helfer aus anderen Bereichen treffen.  

Und dann fängt die Con an. Plötzlich überall Menschen und Techniker, die nicht mehr ganz so entspannt sind. Das Cosplay möchte einen Live-Feed auf der Leinwand? Kein Problem, schneid ich nebenbei. Jemand entschließt spontan, sein Stück rückwärts aufzuführen? Drehen wir halt die Playlist um! Leute beschweren sich auf Twitter, dass der Livestream aus ist? Da war ja was… 

Unser Schichtplan ist so aufgebaut, dass man je einen Act betreut und den nächsten Act dann frei hat. Das hat den Vorteil, dass man entweder alles, was man sehen will, bei der Arbeit sehen kann, oder dass man zu anderen Zeiträumen relativ lange frei hat. Natürlich ist es auch kein Problem, mal schnell zu tauschen oder ein bisschen früher zu wechseln. 

Nachdem der Eröffnung, dem Cosplay und diversen Showgruppen, Liveacts und Konzerten kommt das Highlight der Videotechnik für den Freitag: die AMV-Nacht. Die Aufgabe ist denkbar einfach: Warte, bis der Mensch auf der Bühne aufhört, in sein Mikro zu reden, und starte den nächsten Block der Videos. Nach dem zehnten Videoblock dann die Erlösung: endlich Schlafenszeit! 

Samstag – im Zeichen des AMV-Contest 

Der nächste Morgen beginnt mehr oder weniger früh, je nach Saalplan. Im Hotel gibt es Frühstück ab 5.30 Uhr. Es ist beinahe egal, wie früh die erste Probe ist, für Frühstück ist immer Zeit. Dann lieber eine halbe Stunde früher aufstehen und die AMV-Nacht verfluchen.

Die Proben verlaufen dafür meist recht ereignislos. Und dann, um 10 Uhr gehen die Türen wieder auf und die Besucher strömen in den Saal. Man atmet noch mal kurz durch und der Samstag beginnt. Das Programm unterscheidet sich bis zu den Livekonzerten am Abend nicht groß vom Programm am Tag zuvor. Während des Auftritts der musikalischen Ehrengäste kann man sich oft bequem zurücklehnen, die Musik genießen und in aller Ruhe die Kameraleute anweisen und den Stream perfektionieren. Wenn das Konzert vorbei ist, ist der Tag auch fast vorüber. Gut, vielleicht noch die eine oder andere Showgruppe, dann geht es los mit dem Cosplay-Video-Contest und schließlich dem Anime-Music-Video-Contest. Das ist das Highlight des Wochenendes für die Videotechnik. Man hatte mit der AMV-Nacht ja schon einen Probedurchlauf am Abend zuvor, also braucht man nicht wirklich nervös sein. Meistens hat man das ganze Team der AMV-Organisatoren hinter sich stehen, die alle viel aufgeregter sind als man selbst und neue Techniken zur Stimmzählung ausprobieren. Und dann, nach unzähligen Videos und gelegentlichen Blicken auf den Bühnenplan für den nächsten Morgen, endet der Tag. 

Sonntag – Die Con ausklingen lassen 

Der angenehmste Tag der Con. Man weiß, was man tut, kann sich sicher sein, dass alles problemlos läuft und das Programm ist nicht mehr so dicht gestaffelt wie am Samstag. Aber zuerst: Frühstück. Der wichtigste Teil der Con! Die Proben sind kürzer als an den Vortagen, da es weniger Liveacts gibt, und dann folgt schon das World-Cosplay-Summit. Eröffnungsvideo-Abspielen und dann Livestream-Schneiden, man hat also genügend Zeit, die Teilnehmer zu bewundern (oder sogar selbst teilzunehmen). Danach folgen üblicherweise ein oder zwei Showgruppen, und schon ist es Zeit für die Abschlussveranstaltung mit den Preisverleihungen.  

Schließlich notiert man sich noch das Datum der nächsten Connichi und es folgt der Abbau.

Dreimal so schnell wie der Aufbau, noch besser organisiert und irgendwie ist es dann doch komisch, die Stadthalle in Kassel ohne Stände und Besucher zu sehen. Oft gehen die einzelnen Bereiche noch zusammen essen und dann ist es Zeit für den Heimweg. Und wenn man dann endlich im eigenen Bett liegt… schläft man so gut wie sonst selten. 

Alles in allem ist das Wochenende zwar anstrengend, aber dank der guten Schichtpläne hat man genug Zeit für eigene Aktivitäten. Ich persönlich finde es immer super spannend, hinter die Kulissen zu schauen, und die Gespräche über Funk mit den anderen Helfern im Saal sind immer sehr lustig. Außerdem hat man immer jemanden, den man fragen kann, so dass man im Allgemeinen keinerlei Vorkenntnisse mitbringen muss. 

Wenn du also überlegst, ob du in den Festsaal willst - ob als Videotechniker, Kamerahelfer oder Techniker - trau dich! Wir sind alle ganz nett.

Ich möchte Helfer werden!

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