Helfergeschichten von der Connichi: Dom am Infostand

Wie es ist, Connichi-Helfer zu sein?

Anstrengend, undankbar und am Ende macht sich Shinji Schneider auf der Bühne über einen lustig.

Klingt schlimm. Kann es auch sein, wenn man mit den falschen Erwartungen an die Sache herangeht. Wer zum Beispiel denkt, er bekommt so die Eintrittskarte umsonst, muss dafür nur ein bisschen arbeiten, kann aber ansonsten die Con genauso genießen wie zuvor als Besucher, der wird vermutlich eine unangenehme Überraschung erleben. Aber lasst euch erklären, warum ich als erwachsener Mensch mit chronischem Freizeitmangel jedes Jahr trotzdem drei oder mehr meiner wertvollen Urlaubstage verwende, um ehrenamtlich auf der Connichi als Helfer mitzuwirken. 2017 immerhin schon das elfte Jahr in Folge.

Vom Stammhelfer zum Bereichsleiter

Auf der Connichi arbeite ich seit Jahren im Bereich "Infostand", mittlerweile bin ich dort sogar Bereichsleiter. Der Infostand befindet sich direkt am Puls der Connichi. Wir sind die erste und zentrale Anlaufstelle für Besucher mit Fragen und Problemen. Als jemand der im beruflichen Alltag nicht mit großen Mengen an Menschen in Berührung kommt, ist es ein ziemlich gutes Gefühl, den ganzen Tag anderen Fans dabei zu helfen, eine tolle Con zu haben. Das trifft im Grunde natürlich auf alle Helfer zu, aber gerade am Infostand gibt es schnell und direkt Feedback zur eigenen Arbeit, und sei es nur in Form eines Danke oder eines Lächeln. Natürlich kommt es auch mal vor, dass wir jemanden nicht sofort weiterhelfen können, aber wenn uns eine Frage auf dem falschen Fuß erwischt, versuchen wir in Zukunft dafür gewappnet zu sein. Insgesamt hat sich der Bereich in meinen Augen seit seiner Anfangszeit als bloße Ausgabestelle für Conpakete und -bücher stetig und großartig weiterentwickelt. So kommt neben dem guten Gefühl bei der Arbeit auch noch ein bisschen Stolz dazu.

Zeit mit (neuen?) Freunden

Das ist der eine Grund warum ich gerne Helfer auf der Connichi bin. Ein weiterer Grund ist, dass ich mich mittlerweile tatsächlich langweile, wenn ich auf einer Con bin und dort nichts zu tun habe (sei es als Con-Helfer oder neuerdings als TnS-Bühnenhelfer). Ich finde zwar durchaus noch Programmpunkte, die mich interessieren, und treffe mich natürlich mit Freunden und Bekannten, allerdings reicht das allein nicht um ein ganzes Wochenende auszufüllen. Zuhause bleiben will ich aber auch nicht, dafür liebe ich die Atmosphäre auf der Connichi und das drumherum zu sehr. Sogar dem Roadtrip nach Kassel sehe ich jedes Jahr mit Vorfreude entgegen. Und auch die Arbeit auf der Con an sich macht Spaß, sonst würde die Zeit auf der Connichi nicht so schnell an mir vorbei ziehen.

Mein Beitrag zur Szene: etwas zurückgeben

Zu guter Letzt kommt bei mir noch dazu, dass ich gerne etwas "zurückgeben" will, wobei ich es wohl besser als ein Weitergeben an die nächste Generation bezeichnen sollte: Als Teenager und auch mit Anfang zwanzig war ich unglaublich froh, dass es so etwas wie Cons und Animexxtreffen gab. Veranstaltungen, bei denen ich Gleichgesinnte treffen und mich ohne Zurückhaltung über meine nerdigen Hobbies austauschen konnte, zu großen Teilen getragen von der Arbeit von freiwilligen Helfern. Ich finde, dass muss auch den Fans geboten werden, die jetzt und künftig in diesem Alter sind.

Aus all diesen Gründen bin ich als Helfer auf der Connichi: Wegen dem Spaß und dem guten Gefühl. Nicht, weil ich "umsonst" auf eine Con kann oder weil's am Ende ein kleines Geschenk gibt und sich jemand kurz vor mir verbeugt. Und trotz des Ibuprofens, das ich spätestens ab dem zweiten Con-Tag als Frühstücksbeilage benötige.


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Dom an der neu eingerichteten Twitter-Wall am Infostand


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